Ayurvedische Selbstmassage 20.04

Die Ganzkörperselbstmassage ist ein Teil der ayurvedischen Morgenroutine, kann aber natürlich auch zu anderen Zeiten durchgeführt werden. 
Sie dient der Reinigung, Stoffwechselanregung, Entschlackung und vor allem der Besänftigung von Vata-Dosha. Mit dieser einfachen Anwendung können wir gezielt innerer Unruhe, Schlafstörungen, Trockenheit, Problemen des Bewegungsapparates und anderen Vata- Störungen entgegenwirken.

Ich genieße es, meinen Körper mit warmem Öl zu verwöhnen. Wenn ich noch Zeit habe, lege ich mich in einen Bademantel gewickelt ins Bett (mit zwei alten Laken die Bettwäsche geschützt) und entspanne mit mit einer angeleiteten Trance. Danach fühle ich mich entspannt und gestärkt. Aber auch, wenn ich das Öl nur ca. 15 Minuten einwirken lasse, spüre ich nach einer warmen Dusche eine  wohlige Weichheit meines Körpers. Ich kann es nur empfehlen!

Hier nun eine kleine Anleitung, die ich mir anhand des Buches „Ayurveda für jeden Tag“ von Dr. Ernst Schrott angeeignet habe.

Vorbereitung:

  • Klassisch wird für die Selbstmassage Sesamöl verwendet. Hierzu am besten eine kaltgepresste Bio-Qualität verwenden. Dann das gesamte Öl in einen Topf füllen, kurz auf 80 °C (Fleischthermometer) erhitzen, abkühlen lassen und zurück in die Flasche gießen. Das Öl ist nun „gereift“ und zieht ebsser in die Haut ein.
  • Für die Massage im Badezimmer ein Handtuch  auf den Boden legen und auf einen Hocken legen.
  • Das Badezimmer sollte angenehm temperiert sein.
  • Das Öl erwärme ich nu wieder in einem kleinen Glas im Wasserbad auf etwas über Körpertemperatur, so dass es sich schön warm auf der Haut anfühlt. 

Massage:

  • Massiert wird immer mit streichenden und kreisenden Bewegungen. Der Druck der Hand sollte dabei fest, aber angenehm sein. Körperpartien wie Ober- und Unterarme, Ober- und Unterschenkel sowie der Rücken sollten mit großen Längsstrichen behandelt werden, die Gelenke hingegen mit kreisenden Bewegungen
  • Wenn ich alleine bin und mir niemand den Rücken ölen kann, verwende ich einen aufgeschnittenen Gefrierbeutel, den ich mittig mit ein wenig Öl bestreiche und dann mit beiden Händen an den Händen anfasse. So kann ich ihn bequem über den Rücken ziehen. Der Beutel kann nach Gebrauch mit Wasser und Seife gereinigt werden und ist somit mehrfach wieder verwendbar.
  •  Es reicht, nur soviel Öl zu verwenden, dass der Kontakt mit der Haut glatt ist und die Bewegungen schön fließen können.
  • Ich beginne mit der Kopfhaut und massiere ca. 1 El Öl mit kleinen, kreisenden Bewegungen ein. Es geht tatsächlich darum, die Kopfhaut zu ölen und nicht die Haare.
  • Dann folgen die Ohren. In sanften Auf- und Abwärtsbewegungen streiche ich die Ohrmuschel komplett aus und massiere auch sanft die unbehaarten Stellen hinter den Ohren. Hier wird Vata besonders gut beruhigt.
  • Das Gesicht mit flachen Strichen an der Stirn und behutsamen Kreisen auf Schläfen und Wangen massieren. Das Kinn wieder streichend. Auch die Nase nicht vergessen – sanft auf und ab streichen.
  • Nun massiere ich Nacken und Hals. Am Nacken dann zur Schulter sanft hin und her streichen. 
  • Nun folgen die Arme, kräftig mit Längsstrichen an den langen Muskeln und mit Kreisen an den Gelenken. Auch die Hände und Finger satt einölen und zu den Fingern ausstreichen.
  • Oberkörper und Bauch werden sanft massiert., um die Brust kreisend und auf dem Brustbein sanft auf und ab streichend. den Bauch mit der flachen Hand im Uhrzeigersinn vorsichtig kreisen.
  • Nun kommt der Rücken wie oben beschrieben und dann das Gesäß , bei dem ich gerne zu den Leisten hin ausstreiche.
  • Die Beine massiere ich wie die Arme, lange Muskeln in Längsstrichen, die Gelenke kreisend.
  • Nun noch die Füße intensiv bearbeiten. Dazu das Öl gleichmäßig verteilen und die Knöchel kreisen, Achillessehne ausstreichen, Ferse kreisend bearbeiten und die Fußsohle sowie den Fußrücken gleichzeitig mit Auf- und Abstrichen massieren. Am Ende noch die Zehen ausstreichen und die Zehenzwischenräume mit den Fingern massieren.
    Zum Schluss noch einmal den gesamten Fuß ausstreichen.
  • Dann in Bademantel hüllen, eine Tasse Tee trinken und sich für mindestens 15 Minuten entspannen.
    Anschließend mit warmem Wasser unter der Dusche abspülen. Keine Seife verwenden. Der zurückbleibende Film schützt weiterhin vor Vata von außen.
Viel Freude bei  Ausprobieren!

 

Suppe aus Topinambur 31.12

So einfach und so schnell! Dieses Süppchen aus Topinamburwurzeln habe ich erst vor Kurzem für mich entdeckt – waren die kleinen Knollen für mich zuvor doch etwas rätselhaft. 😉

Dabei haben sie einen angenehm würzig-nussigen Geschmack, so dass es gar nicht viel aus der Gewürzküche braucht. Gleichzeitig enthalten die  vitamin- und mineralstoffreichen Knollen auch den Ballaststoff Inulin, welcher für einen gesunde Verdauung sorgt und den Darm pflegt. Wenn das nicht mal ein Argument ist,  Topinambur auszuprobieren. Ich bin auf jeden Fall begeistert!

Hier kommt nun das Rezept:

Zutaten für 2 Personen:

500 g Topinambur
1 Zwiebel
1 TL Koriandersamen, gemahlen
1 TL Ghee
3/4 Liter Gemüsebrühe
75 g süße Sahne
Salz
Pfeffer
Saft einer halben Zitrone
nach Belieben frische Kräuter oder Haselnüsse mit Haselnussöl als Topping

Topinambur waschen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Zwiebeln schälen und fein hacken.
Dann die Zwiebeln in dem Ghee andünsten und anschließend die  gemahlenen Koriandersamen einrühren. Die Gemüsestücke dazu geben und mit dem Gewürzsud vermischen, etwas andünsten und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Das Ganze auf kleiner Stufe köcheln lassen bis das Gemüse weich ist.
Nun die Suppe pürieren, ggf. noch etwas heißes Wasser zugeben. Die Sahne einrühren und nochmals leicht erwärmen (nicht kochen).
Nun mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und mit frisch gehackten Kräutern bestreuen.Fertig!

Wer ein knackiges Topping liebt, einfach ein paar Haselnüsse in Scheiben schneiden und  trocken in einer Pfanne rösten. Auf die Suppe geben und mit etwas Haselnussöl verzieren.

Dazu schmeckt sowohl kräftiges Roggenbrot als auch ein feines Baguettbrot mit etwas Butter.

Guten Appetit!

Würziges Berglinsendal 29.11

Manchmal muss es eben schnell gehen. Zum Beispiel nach einem längeren Spaziergangs bei nasskaltem Wetter kommt dieses wärmende Dalgericht wie gerufen!

Ich bevorzuge hierfür aufgrund ihres kräftigen Geschmacks braune Linsen, welche auch nur wenig Zeit benötigen bis sie gar sind. Denn wir wissen ja, dass Hülsenfrüchte am besten verträglich sind, wenn sie weich gekocht werden.
Dazu verwende ich dann eine Mischung aus warmen und sehr aromatischen Gewürzen der orientalischen Küche, welche es schon fertig zu kaufen gibt, z.B. Ras-el-Hanout oder wer es schärfer mag auch gerne die Mischung Baharat mit viel scharfem Paprika.
Alles miteinander kochen lassen und nach spätestens 30 Minuten ist das Yummy-Gericht fertig.

Hier das Rezept:

Zutaten für 2 Personen:

200 g braune Linsen (es gehen auch rote Linsen – sind aber weniger kräftig im Geschmack)
1 Lorbeerblatt
1 EL (glatt gestrichen) arabische Gewürzmischung (Ras-el-Hanout, Baharat o.ä.)
1-2 TL Ghee
Steinsalz
Saft einer halben Zitrone
1/2 Bund glatte Petersilie, fein gehackt
ggf. etwas süße Sahne

Die Linsen waschen und  zusammen mit dem Lorbeerblatt, der Gewürzmischung  und dem Ghee in einen Topf geben. Mit heißem Wasser aufgießen (ca. 1 cm Überstand) und köcheln lassen bis die Linsen weich sind. Zwischendurch umrühren und ggf. noch etwas heißes Wasser nachgießen. Das Ganze sollte eine schöne sämige Konsistenz erhalten.
Zum Schluss 
Lorbeerblatt entfernen, salzen und mit Zitronensaft abschmecken. Nach Geschmack noch einen Schuss süße Sahne einrühren, etwas ziehen lassen und vor dem Servieren die frischen Kräuter unterheben.

Guten Appetit!

Kartoffel-Gulasch mit Sauerkraut und Paprika 06.11

Sauerkraut mal anders!

Jetzt  wo es draußen grauer wird bringt dieses farbenfrohe „Eintopf“-Gericht gute Laune in den Tag.  Paprikagrün, Tomatenrot, Kartoffelgelb – fast wie die letzten Reste des Herbstlaubes draußen.

Es ist nur in Anführungsstrichen ein Eintopf-Gericht, weil ich die Kartoffeln separat vorkoche und so einen zweiten Topf benötige. 😉
Aber es lohnt sich auf jeden Fall, denn vitaminreiche Paprika und ebensolches Sauerkraut, welches zusätzlich mit seinen Milchsäurebakterien den Darm pflegt, ergänzen sich hier perfekt zu einem herzhaften Gericht, welches uns gerade im Herbst und Winter gut tun kann. Die ayurvedischen Klassiker beschreiben ohnehin, dass fermentierte Produkte eigentlich nur in der kühleren Jahreszeit verzehrt werden sollen, denn sie haben u.a. eine erhitzende Wirkung auf den Körper. 
Verdauungsunterstützend wirken in diesem Rezept Kreuzkümmel, Koriander und Salbei. Es ist somit besonders gut  für Vata-Personen geeignet.
Kapha-Menschen fachen mit etwas mehr Pfeffer oder einer Prise Chili ihr Verdauungsfeuer noch etwas intensiver an, lassen aber den Sauerrahm weg.
Pitta-Personen sollten dieses Gericht nicht im Übermaß genießen und fügen etwas mehr des blutreinigenden Kurkumas hinzu sowie einen Teelöffel Rohrzucker, einen Schuß süße Sahne und viel frische Petersilie.

So, nun kommt aber endlich das Rezept. 

Zutaten für 4 Personen:

1 kg Kartoffeln (ich bevorzuge die vorwiegend festkochende Qualität)
1 große Zwiebel
1 rote Paprika
2 grüne Paprika
250 g Sauerkraut
2 EL Ghee
2 TL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL Kurkumapulver
2  Stiele frischer Salbei (alternativ geht auch die getrocknete Variante)
2 TL Paprika-Tomaten-Mark (alternativ reines Tomatenmark)
330 ml Tomatensaft
150 ml Gemüsebrühe
100 ml trockener Rotwein (evtl. durch weitere Gemüsebrühe ersetzen)
Salz
Pfeffer
Sauerrahm

Kartoffeln waschen, schälen und in dicke Schnitze schneiden. Paprika waschen, entkernen und  in schmale Streifen schneiden. Zwiebeln schälen und in dünne Ringe schneiden. Salbei waschen, trockenen und fein hacken. Gewürzsamen grob mörsern.

Nun in einem großen Topf das Ghee erhitzen und die gemörserte Gewürze darin anrösten bis sie duften. Dann die Zwiebeln dazu geben und glasig dünsten. Kurkuma und Salbei zufügen, alles zügig vermischen.
Schnell Paprika, Sauerkraut und Paprika-Tomatenmark dazu geben und mit dem Gewürzsud vermengen und etwas anschmoren. Mit Gemüsebrühe, Tomatensaft und Rotwein ablöschen, salzen und ca.45 Minuten leise köcheln lassen bis das Sauerkraut wirklich weich ist.

Unterdessen die Kartoffelschnitze in Salzwasser garen, so dass sie fast gar, aber noch etwas bissfest sind. Dann abgießen und ca. 15 Minuten vor Ende der Garzeit des Sauerkrauts mit in den Gemüsetopf geben und zu Ende garen.

Den Gulasch ggf. noch etwas einkochen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Vor dem Servieren mit etwas Sauerrahm garnieren. 

Guten Appetit!

Lauwarmer Hirsesalat nach Tabouleh-Art 06.11

Da habe ich mich mal wieder inspirieren lassen.

Ein Rezept aus der Zeitung vom Bioladen wurde von mir kurzerhand  ayurvedische interpretiert. 
Und so ist eine schnelle und leckere Mittagsmahlzeit entstanden.  Schmeckt in dieser Variante auch gut am Abend. da keine tierischen Eiweiße verarbeitet wurden, denn statt Feta habe ich die vegane Variante auf Mandelbasis verwendet.

Ein leichtes Sommergericht für alle Doshas gut geeignet.
Hirse ist leicht verdaulich und trocknet zu viel Feuchte von Kapha und Pitta. Um es auch für Vata verträglich zu machen, habe ich reichlich gutes Olivenöl  verwendet. Die Zwiebeln wurden im Gegensatz zum Originalrezept schön mit etwas Korianderpulver gedünstet, ebenso die frischen Aprikosen. 
Die typische Tabouleh-Note erhält das Gericht durch die viele frische Minze und Petersilie, welche Agni schön ankurbelt und überschüssiges Pitta und Kapha reduziert.

Auf die Gurke habe ich verzichtet, da es gerade nicht so warm ist. Bei sommerlicheren Temperaturen hingegen würde ich diese geschält und  fein gewürfelt (ohne Kerne), jedoch noch roh unterziehen. Vata– und Kapha-Typen sollten sie ggf. vorher mit andünsten.

So nun kommt das Rezept:

Zutaten für 1-2 Personen:

100 g Hirse
1 rote Zwiebel
1 TL Koriander gemahlen
4 EL Olivenöl
3 frische Aprikosen
4 getrocknete Aprikose
1/2 Bund frische Minze
1/2 Bund frische Petersilie
1 Handvoll Kürbiskerne
3 EL Zitronensaft
Salz
Pfeffer
50 g Feta (alternativ: vegane Variante oder weglassen)

Hirse nach Packungsanweisung zubereiten.
In der Zwischenzeit die getrockneten Aprikosen ganz fein würfeln und während der Quellzeit der Hirse zu dieser geben.
Zwiebel schälen und in feine Halbringe schneiden. In 1 EL Olivenöl mit dem Korianderpulver sanft andünsten bis sie weich und süß sind. 
Die Aprikosen waschen,. entkernen und grob würfeln. Mit zu den gedünsteten Zwiebeln geben und einige Minuten mitgaren.
Kürbiskerne in einer heißen Pfanne trocken anrösten.
Petersilie und Minze waschen, trocknen, Blätter abzupfen und fein hacken.
Wenn die Hirse fertig gegartist, Zwiebelmischung, Kürbiskerne, gehackte Kräuter und das restliche Olivenöl unterziehen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und noch etwas ziehen  lassen.
Feta darüber bröseln und auf Teller anrichten.

P.S. die halbierte Aprikose ist nur für das Foto, damit es schöner aussieht. 😉
Wäre nicht ayurvedisch, sie so dazu zu essen. 

Guten Appetit!

Frühstücksbrei mit Amaranth 23.06

Ein spannendes Mundgefühl und viel Vitalität spendet diese Variante des Frühstücksbrei. Das „Gold der Inkas“ mit seinen unbeschreiblich vielen tollen Eigenschaften ist es wert, einfach mal öfter in den Speiseplan eingearbeitet zu werden.


Ich bevorzuge gerade im Sommer diese Frühstücksvariante, weil sie leicht ist und super mit den vielen Sommerfrüchten harmoniert. Jede Obstsorte, die auch ein bisschen Säure mitbringt (und das sind die meisten) passt hier hervorragend. Die Verbindung der kleinen Körnchen bringt Mandelmus und toppt somit nochmal die gehirnstärkende Wirkung des Powerkorns. Säurereduzierender Kardamom  und blutreinigender Kurkuma wirken der natürlichen Pittaerhöhung im Sommer entgegen.

Ansonsten beinhaltet das Pseudogetreide eine überschaubare Menge an Kohlenhydraten, dafür relativ viel Eiweiß, welches vom Körper sehr gut verwertet werden kann. Super also auch für Vegetarier und Veganer, zumal es alle essentiellen Aminosäure enthält!!

Auch der Mineralstoffgehalt an Magnesium, Kalzium, Eisen und Zink kann sich sehen lassen. Und dann noch …
Ach, was zähle ich das alles auf. Diese imposanten Körnchen enthalten wohl soviel Gutes, dass die Inkas deshalb eine sehr gesundes und vitales Volk waren und es mehr wertschätzten als Gold. Kein Wunder, denn Amaranth bedeutet übersetzt soviel wie „unsterblich“. 

So, hier nun mein Rezept:

Zutaten für 2 Personen:

1 Kaffeetasse Amaranth
3 Kaffeetassen Wasser
1 Prise Salz
1/4 TL Kardamom, gemahlen
1/4 TL Kurkuma, gemahlen
1 Msp. Bourbon-Vanille
1 reife Nektarine
2 TL Mandelmus
1 TL Ghee
etwas Zitronensaft
Agavendicksaft oder ein Süßungsmittel deiner Wahl

Den Amaranth mit den Gewürzen und dem Wasser in einem kleinen Top zum Kochen bringen, dann auf niedriger Flamme abgedeckt ca. 20 Minuten köcheln lassen. Zwischendurch umrühren, er setzt an, sobald der Amaranth quillt. Währenddessen die Nektarine waschen, Kern entfernen und in mundgerechte Stücke schneiden.  Zum Schluss der Garzeit die Fruchtstücke zum Brei geben und noch 5-10 Minuten ziehen lassen und evtl. etwas heißes Wasser zugeben, bis der Brei die gewünschte Konsistenz hat. 
Mit Mandelmus, Ghee und etwas Zitronensaft abrunden und nach Geschmack süßen.

Guten Appetit!

Ayurveda und Smoothies? 23.05

Häufig liest man, dass Ayurveda und Smoothies nicht zusammen passen.
Das ist aber nur bedingt so.

„Klassische“ Smoothies werden in der Regel aus einer Mischung von Obst und Gemüse hergestellt.
Das ist tatsächlich aus ayurvedischer Sicht eine ungünstige Kombination, da Früchte deutlich weniger Verdauungskapazität benötigen als rohes Gemüse und es somit, vor allem bei empfindlichen Därmen, zu Verdauungsbeschwerden kommen kann. Dies wird natürlich noch dadurch verstärkt, dass es sich um rohe Zutaten handelt.

Reine Fruchtsmoothies lassen leider den Zucker- und damit den Insulinspiegel sehr schnell hochsteigen und rasant wieder abfallen, was auch nicht optimal für das Körpersystem ist. Und nur Gemüse – das ist vielleicht machbar, aber lecker…. ?

Aber trotzdem liebe ich Smoothies, denn sie sind einfach köstlich und bieten viel Lebensenergie, die dem Organismus durch das Pürieren einfacher zugänglich gemacht wird.
Darum bereite ich mir gerne Frucht-Smoothies zu, denen ich noch Ballaststoffe zugeben, die mit Obst einigermaßen gut verträglich sind. Das sind zum Beispiel Nüsse, Kerne oder Chia-Samen. Noch ein paar Gewürze dazu, die die Verdauungskraft ankurbeln und das Ganze besser umsetzbar machen. Durch die Auswahl der Zutaten achte ich außerdem darauf, dass auch alle 6 Geschmacksrichtungen enthalten sind.  Etwas heißes Wasser, um die Kälte zu nehmen und etwas Rahmiges muss für mich auch immer dabei sein, damit die Säure abgemildert und der smooth-Effekt noch getoppt wird. 

Dann langsam genießen und gut kauen. Ein Smoothie ist kein Getränk, sondern eine Mahlzeit.

Hier nun mein Rezept von gerade eben ;-).

Zutaten für 2 Personen:

1 reife Banane   süß
1/2 säuerlicher Apfel (z.B. Topas)    süß-sauer
1 Orange    sauer-süß
15 braune Mandeln (oder auch Nusstrester von selbstgemachter Mandelmilch verwerten)   süß-bitter
1 cm Kurkumawurzel   bitter – herb – scharf
1 cm Ingwerwurzel    scharf
1/2 TL Kardamompulver    bitter – scharf
5 Basilikumblätter   bitter – herb
75 ml Mandelmilch oder Kokosmilch     süß
75 ml heißes Wasser
6 Himbeeren zur Deko und zur säuerlichen Abrundung    süß-sauer

Alle Zutaten bis auf die Himbeeren in den Smoothie-Mixer geben und sehr fein verarbeiten.
In 2 Gläser abfüllen und mit den gewaschenen Himbeeren verzieren.

Guten Appetit!

Stimmungsaufheller 26.01

Wussten Sie schon, dass Nahrungsmittel auf die Psyche wirken? Na klar, werden Sie denken, Schokolade macht glücklich. Stimmt! Doch wissen wir alle, dass dies nur stimmt, wenn in Maßen genossen. Aber auch andere Lebensmittel haben die Eigenschaft, Licht ins Gemüt zu  bringen. Allen voran einige Gewürze und dazu zählt vor allem der Safran. 
Die Königin der Gewürze ist nicht nur das teuerste, sondern gehört auch zu den sattvischen Stoffen, d.h. Safran bringt Klarheit und Licht in den Geist, verleiht  dem Gemüt Gefühle von  Liebe, Hingabe und Mitgefühl. Kein Wunder, denn schon bei der Ernte wird die  Eigenschaft der Hingabe spürbar. Pro Blüte gibt es 3 Stempelfäden. Für 1 kg benötigt man 250.000-360.000 Safranfäden. Alles ist Handarbeit! 
Die gelbe Farbe des Safrans wurde in Asien früher zum Färben von Textilien eingesetzt, war aber nur Herrschern und Mönchen zugänglich und sollte die Liebe symbolisieren.
Aber Safran kann noch mehr. Neben seiner stimmungsaufhellenden und gedächtnisstärkenden Wirkung werden ihm u.a. auch leber- und milztonisierende Eigenschaften zugesprochen, revitalisiert somit das Blut und den Stoffwechsel im Allgemeinen, so dass gute Gewebe aufgebaut werden können und letztendlich auch Ojas, die Vital- und Immunkraft.
Wenn das nicht mal ein Superfood ist! 😉

Schon letztes Jahr habe ich die Verwendung von Safran für mich entdeckt, sei es im Frühstücksbrei, der indischen Quarkspeise Shrikand oder als Safran-Milch. Vor der Verwendung sollte man die Fäden leicht pulverisieren und in wenig heißem Wasser einweichen. Dadurch lösen sich die Geschmacks- und Farbstoffe besser.

Heute möchte ich mein Rezept für eine stärkende und beruhigende Safranmilch vorstellen. Passt super am Nachmittag, wenn das sogenannte „Vata-Tief“ einsetzt, um so neue Kraft zu tanken oder am Abend, um abzuschalten und die nötige Bettschwere zu bekommen.

So hier kommt nun das Rezept. 

Zutaten für 1 Person:

250 ml Demeter-Milch (alternativ: Mandelmilch)
ca. 5 Fäden Safran
1 Prise Kardamom, gemahlen
1 Prise Zimtpulver
1-2 TL Mandelmus (bei Bedarf)
Agavendicksaft oder Honig nach Bedarf

Und so wird’s gemacht: 

Safranfäden mörsern und in wenig heißem Wasser kurz einweichen. Die Milch in einen Topf geben, eingeweichten Safran, Kardamom und Mandelmus dazu geben und mehrfach aufwallen lassen. Anschließend die Milch nach Gusto aufschäumen. Das hat auch den Effekt, dass sie leichter verdaulich wird.  Wem die MIlch nicht süß genug ist, kann gerne noch etwas Süßungsmittel zugeben. Ich brauche das nicht, denn Milch und Mandelmus haben schon eine natürliche Süße. Bei Verwendung von Honig die Milch vorher auf Trinktemperatur abkühlen lassen. Zum Schluss mit Zimt bestreuen und heiß genießen!

Wem die Milch zu nahrhaft ist, kann gerne das Mandelmus weglassen – obschon die Mandeln auch eine positive Wirkung auf das Gemüt haben. Demnächst mehr dazu…

Weihnachtschutney 20.12

Lust auf eine leichte und aromatische, vegetarische Vorspeise beim Festmenü? Dieses fruchtige Chutney auf Basis von saftigen Birnen in Kombination mit gerösteten Haselnüssen, warmen Gewürzen und einem Hauch Schokolade harmoniert perfekt mit leuchtend buntem Wurzelgemüse aus dem Backofen. Hierzu sind der Vielfalt nur Grenzen durch das Angebot gesetzt. Mein Favorit sind Pastinaken, Karotten und Rote Bete. Letztere hatte ich leider schon vorher aufgefuttert, so dass sie fürs Bild nicht mehr zur Verfügung standen. 😉
Chutneys sind schnell zubereitet und können schon am Vortag gekocht werden. Im Kühlschrank aufbewahrt halten sie etwa eine halbe Woche. Dann sollten frische Kräuter aber erst vor dem Servieren zugefügt werden.

So hier kommt nun das Rezept. 

Zutaten für 4 Personen:

2 reife Birnen (z.B. Conference)
½ rote Peperoni (je nach Geschmack und Schärfegrad auch mehr)
1 Orange und evtl. 1 Zitrone
1-2 TL Ingwer, gerieben
50 g Haselnüsse
1 TL Pimentkörner
1 TL Anissamen
6 Kardamomkapseln
1 Zimtstange
½ TL Kurkumapulver
2 TL Ghee
Salz, Pfeffer
1-2 TL Garam Masala
½ Bund Petersilie
20 g Zartbitterschokolade

Und so wird’s gemacht: 

Birnen waschen, schälen und in kleinere Würfel schneiden.
Orange auspressen. Chilischote waschen, entkernen und in feine Würfel schneiden. Pimentkörner und Anissamen grob mörsern und die Kardamomkapseln mit dem Mörserstößel leicht aufbrechen.

Nun in einem kleinen Topf das Ghee erhitzen, dann Zimtstange, Piment, Anis und Kardamomkapseln dazu geben und unter Rühren anrösten bis es schön duftet.Nun geriebenen Ingwer dazugeben und kurz mit anrösten. Anschließend Kurkumapulver dazu geben, kurz umrühren und dann schnell mit den Birnenwürfeln „ablöschen“, damit die Gewürze nicht anbrennen und bitter werden. Orangensaft dazu geben und leicht salzen. Dann das Ganze ca. 5-10 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln bis das Obst weich ist. Dann das Ganze auf Raumtemperatur abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Schokolade fein hacken (nicht reiben – dann wird sie zu fein und löst sich zu schnell im Chutney).
Haselnüsse sehr fein hacken und in einer Pfanne trocken anrösten bis sie duften. Aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. Petersilie waschen, trocknen und ebenfalls fein hacken.
Wenn das Chutney abgekühlt ist, Schokolade, Nüsse und Petersilie unterrühren, mit Salz, Pfeffer und Garam Masala kräftig abschmecken. Garam Masala unterstreicht hier das weihnachtliche Aroma. Das Chutney sollte eine süß-saure-scharfe Note haben. Eventuell mit noch etwas Zitronensaft abrunden.

Das Chutney zu Wurzelgemüse reichen, welches nur mit Salz, Pfeffer und Ghee (oder Bratöl) im Ofen gegart wird. Röstaromen machen es besonders aromatisch. Dazu kurz vor Ende der Garzeit dem Ofen nochmal gut Gas geben oder den Grill zuschalten.

Guten Appetit!

 

Schoko-Bratapfel-Kuchen 13.12

Vollwertig-saftig präsentiert sich dieser schnelle Blechkuchen und lässt Weihnachtsgefühle aufkommen. Apfel, Nuss und Mandelkern – zusammen mit Zimt, Nelke und Vanille vereinen sie sich mit einem schokoladigem Biskuitteig. Dieser kommt ohne Ei aus, weshalb der Kuchen aus
ayurvedischer Sicht zum Nachmittagskaffee gut geeignet ist.
Der Kuchen lässt sich ohne die Sahne sehr gut am Vortag zubereiten. Dann zieht er schön durch und wird saftig. Über Nacht kühl stellen und vor dem Seriveren wieder auf Raumtemperatur bringen und mit Sahne belegen.

So hier kommt nun das Rezept. 

Zutaten für 1 hohes Blech (ca. 25 x 36 cm) 

150 g Weizenvollkornmehl (oder Dinkelvollkornmehl)
35 g Speisestärke (Maisstärke)
35 g Kokosmehl
120 g Vollrohrzucker, gesiebt
30 g Kakaopulver, dunkles
¾ Päckchen Weinsteinbackpulver
¼ TL Vanille
½ TL gemahlene Nelken
13 EL Ghee , flüssig (alternativ: flüssige Butter)
350 ml Orangensaft
1 Zitrone
4-5 große Boskopäpfel (ca. 1,2 kg)
1,5 EL Rohrohrzucker
2 EL Zimtpulver (darf nach Geschmack auch mehr sein)
2 EL Walnüsse oder Haselnüsse
2 EL Mandelkerne
2 EL Rosinen
2 Becher Sahne

Und so wird’s gemacht: 

Rosinen in etwas heißem Wasser einweichen. Mandeln und Nüsse grob hacken.
Zitrone auspressen. Äpfel waschen, schälen, Kerngehäuse entfernen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Mit dem Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.

Mehl, Speisestärke, Kokosmehl, Vollrohrzucker, Kakaopulver, Backpulver, Vanille und Zimt in einer Rührschüssel mischen. 

10 EL flüssiges Ghee sowie den Orangensaft dazu geben und mit dem Handrührgerät zu einem homogenen, fluffigen Teig verrühren.
Das Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig gleichmäßig darauf verteilen.

 

Nun den Teig dicht mit den Apfelscheiben belegen. 1 EL Rohrohzucker mit 1 EL Zimtpulver vermischen und über die Äpfel streuen. Dann die Rosinen aus dem Wasser nehmen, etwas auspressen und mit den gehackten Nüssen auf den Äpfeln verteilen. Anschließend das Ganze mit
3 EL flüssigem Ghee beträufeln. 

Den Kuchen im vorheizten Backofen
(175 °C) ca. 40 Minuten backen. Die Stäbchenprobe ist wahrscheinlich noch etwas feucht. Den Kuchen abkühlen lassen (am besten über Nacht).

Die Sahne mit dem restlichen Zucker steif schlagen und gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen. Das restliche Zimtpulver mit einem feinen Sieb über die Sahne rieseln lassen. Fertig!  

Guten Appetit!

 

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